Tarifrunde Textile Dienste

Tarifforderungen der IG Metall gehen an der wirtschaftlichen Lage vorbei

Verhandlungsführer Dr. Hubertus Dieckmann: „Wir erleben eine tiefgreifende Krise – in einer solchen Situation sechs Prozent, mindestens aber 180 EUR mehr sowie eine Ausweitung der Altersteilzeit zu fordern, gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze.“

Frankfurt am Main – Sie leihen und waschen Textilien für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Gastronomie. Sie statten Handwerk und Industrie mit Berufsbekleidung aus – die Unternehmen der textilen Dienste, die im Industrieverband Textil Service intex e. V. zusammengeschlossen sind. Hohe Energie- und Personalkosten nagen an der Wettbewerbsfähigkeit der Branche, ebenso die schlechte wirtschaftliche Lage vieler Kunden, die Wäsche und Textilien mieten, leihen und reinigen lassen. Zum Auftakt der Tarifrunde sorgen die Forderungen der IG Metall deshalb für völliges Unverständnis.

Dr. Hubertus Dieckmann, Verhandlungsführer der Arbeitgeber: „Deutschland befindet sich in einer tiefgreifenden konjunkturellen und strukturellen Krise. Die deutsche Wirtschaft wird nach zwei Jahren Rezession voraussichtlich auch 2025 nicht wachsen. Das hat es seit Gründung der Bundesrepublik noch nie gegeben. Deutschland muss seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das gilt auch für unsere Branche. Wir müssen u.a. Produktionskosten senken, Produktivität steigern, Leistung fördern und fordern. Das geht nur, wenn die Tarifparteien sich als Partner verstehen, gemeinsam Verantwortung übernehmen. Nur gemeinsam können wir die textilen Dienste stärken und Arbeitsplätze sichern.“

Mit dem heute bekannt gewordenen Forderungskatalog der IG Metall ist das nach Ansicht der Arbeitgeber nicht zu machen. Die IG Metall verkennt die wirtschaftliche Lage in den Unternehmen. Nicht nachvollziehbar ist die Aussage, dass die Beschäftigten Entgelterhöhungen bräuchten, „die sich gewaschen hätten“. Eine solche Aussage zeigt, dass die IG Metall den Ernst der Situation nicht wahrhaben will. Die textilen Dienste erleben mit voller Wucht die angespannte wirtschaftliche Lage im Gesundheitswesen. Rekordzahlen bei den Insolvenzen in Gastronomie und Industrie schlagen ebenfalls voll auf die Unternehmen der textilen Dienste durch. All das wird Thema der ersten Runde der Tarifverhandlungen am 6. Mai in Frankfurt am Main sein.

Zu intex:

Die intex Mitglieder versorgen ihre Kunden mit Textilien wie Berufskleidung, Hotel-, Restaurantund Krankenhauswäsche. Auch Waschraumhygiene, Schmutzfangmatten, Putztücher und Arbeitsschutzartikel (PSA) zählen zu den Angeboten. Ihre Kunden stammen in erster Linie aus dem Gesundheitswesen, dem Handwerk, der Industrie, der Gastronomie sowie der öffentlichen Hand. In den von intex vertretenen Unternehmen arbeiten rund 13 000 Beschäftigte in Deutschland.

Pressemitteilung als PDF

Weitere Meldungen