Verhandlungsführer Dieckmann: „ Die IG Metall stößt die Arbeitgeber vor den Kopf, indem sie nicht dazu bereit ist, mit uns über deutlich nachgebesserte Angebote zu sprechen.“
Dietzenbach (Lkr. Offenbach): Trotz zwei nachgebesserter Angebote für 13.000 Beschäftigte der textilen Dienstleistungen weigert sich die IG Metall in Verhandlungen einzutreten. Zuvor hatten die Arbeitgeber angeboten, die Entgelte in den kommenden 27 Monaten um mindestens 4,1 Prozent zu erhöhen. Außerdem sollten die Beschäftigten im Dezember 2025 eine Einmalzahlung von 140 Euro erhalten. Die Altersteilzeit wollten die Arbeitgeber zu gleichen Konditionen mit Erhöhung der Aufstockungsbeträge fortsetzen.
Verhandlungsführer Dr. Hubertus Dieckmann: „Es ist äußerst bedauerlich, dass sich auch in dieser dritten Runde der Gespräche am Ende nicht die Vernunft durchsetzen konnte. Die IG Metall ignoriert die Rahmenbedingungen unserer Branche. Viele unserer Kunden werden von Insolvenz bedroht, schließen Betriebe oder bauen spürbar Arbeitsplätze ab. Der Bedarf an Berufsbekleidung sinkt stetig. Wir wollen, dass unsere Beschäftigten mehr verdienen, aber wir müssen auch darauf achten, dass unsere Unternehmen noch wettbewerbsfähig bleiben. Hier hilft keine Stimmungsmache.“
Das dritte Angebot der Arbeitgeber sah wie folgt aus:
27 Monate Laufzeit
Dezember 2025: Einmalzahlung von 140 Euro
Erhöhung zum 1.1.2026: 1,9 Prozent, mindestens 50 Euro
Erhöhung zum 1.1.2027: 2,2 Prozent
Fortsetzung der Altersteilzeit zu gleichen Konditionen mit Erhöhung der Aufstockungsbeträge
Die Tarifrunde für die textilen Dienstleistungen steht ganz im Zeichen eines höchst angespannten wirtschaftlichen Umfelds. Nach zwei Jahren Rezession ist Deutschland von einem spürbaren Aufschwung noch weit entfernt. Die Krisenherde weltweit bringen neue Unsicherheiten, vor allem bei den Energiepreisen.
Verhandlungsführer Dieckmann: „Wenn wir in Zukunft in Deutschland noch textile Dienstleistungen anbieten und wichtiger Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge sein sollen, ist es wichtig, sich an Fakten zu orientieren. Dazu gehört auch anzuerkennen, dass unsere Betriebe in einem har- ten Wettbewerb mit Unternehmen stehen, die nicht tarifgebunden sind. Nur wenn wir uns in diesem Wettbewerb behaupten können, haben unsere Unternehmen eine Chance am Markt zu bestehen.“
Wo und wann die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden, steht noch nicht fest.
Zu intex:
Die intex Mitglieder versorgen ihre Kunden mit Textilien wie Berufskleidung, Hotel-, Restaurantund Krankenhauswäsche. Auch Waschraumhygiene, Schmutzfangmatten, Putztücher und Arbeitsschutzartikel (PSA) zählen zu den Angeboten. Ihre Kunden stammen in erster Linie aus dem Gesundheitswesen, dem Handwerk, der Industrie, der Gastronomie sowie der öffentlichen Hand. In den von intex vertretenen Unternehmen arbeiten rund 13 000 Beschäftigte in Deutschland.